Bayern-Star Coman exklusiv bei Eurosport: „Ich habe sofort das Schlimmste befürchtet“
10. April 2020 – Kingsley Coman vom FC Bayern München blickt im exklusiven Interview mit Eurosport auf seinen bittersten Moment in dieser Saison zurück. Der 23-Jährige erklärt im Interview zudem seine Entwicklung und sein Standing beim FC Bayern. Zudem erzählt Coman was es bedeutet, sich in Zeiten der Corona-Pandemie auf Fußball zu konzentrieren und wie das Training beim deutschen Rekordmeister derzeit abläuft.
Teil 1 des großen Interviews mit Kingsley Coman ist jetzt auf Eurosport.de verfügbar:
Teil 2 ist am Karsamstag auf Eurosport.de zu lesen.
Kingsley Coman exklusiv bei Eurosport …
… über seine schwere Verletzung gegen Tottenham:
„Im ersten Moment hatte ich sehr große Angst. Vor dem Spiel hatte ich mich speziell um meinen Knöchel und das Knie gekümmert, weil ich ziemlich genau ein Jahr verletzungsfrei geblieben war und mir gesagt habe: 'Du darfst jetzt nicht nachlassen!' Ich wollte unbedingt ein gutes Spiel zeigen, hatte hart dafür gearbeitet. Das Match begann auch sehr gut. Dann kam ein etwas zu lang geschlagener Ball und ich habe eine unglückliche Bewegung gemacht ... Ich hörte ein Knacken und dachte instinktiv an meine Kreuzbänder. Ich habe sofort das Schlimmste befürchtet.“
… über den Gedanken, seine Karriere nach zwei Syndesmosebandrissen im Jahr 2018 zu beenden:
„Ich habe das damals unter dem Eindruck zweier aufeinanderfolgender Operationen gesagt [Syndesmosebandrisse im Februar und August 2018, Anm. d. Red.). Ich kam aus der Sommerpause und musste nach dem ersten Spiel schon wieder unters Messer. Ich hatte sechs Wochen lang eine Schraube im Fuß, konnte nichts tun. Die folgende Reha war sehr schwer. Und ich habe mir Fragen gestellt. Ein oder zwei Jahre später hätte mich das vielleicht nicht so hart getroffen, aber dreimal in einem Jahr derselbe Knöchel? Ich habe das nicht als persönliche Schwäche empfunden, aber es kamen eben solche Gedanken auf.“
… über seine persönliche Entwicklung in fünf Jahren FC Bayern:
„Ich habe mich weiterentwickelt, körperlich verändert. Als ich nach München kam, war ich natürlich jünger und hatte dementsprechend ungebremste Energie. Ich bin natürlich immer noch nicht alt und habe auch noch sehr viel Schwung, aber mit 18 oder 19 musste ich mich nicht mit ernsthaften Verletzungen auseinandersetzen. Inzwischen spiele ich schon länger auf hohem Niveau und weiß, was es bedeutet, im Dreitagesrhythmus zu spielen. Mir ist klar geworden, dass ich nicht zehn Spiele in Folge jede Minute einen Sprint anziehen kann. Ich bin viel reifer geworden.“
… auf die Frage, wann er den Eindruck hatte, einen Fuß in die Tür zu bekommen? Denn 2015 als Coman zu den Bayern kam, bildeten Arjen Robben und Franck Ribéry eine der besten Flügelzangen der Welt.
„Vor etwa zwei Jahren. Ich hatte gerade einen neuen Vertrag unterschrieben, mich langfristig an den Verein gebunden. Körperlich war ich in großartiger Verfassung. Es war die Zeit vor meiner ersten Verletzung, alles war in Ordnung. Mein Standing innerhalb des Klubs ist sehr wichtig für mich und ich spüre auch jetzt nach all diesen Verletzungen das Vertrauen. Ich bin guter Hoffnung, dass die schlimmsten Verletzungen nun hinter mir liegen. Und ich arbeite gezielt daran, diese künftig zu vermeiden.“
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