Becker rechnet mit Grand-Slam-Sieg und Platz eins für Zverev - und ist kein Fan des neuen Davis Cups | Exklusive Zitate aus dem Eurosport-Podcast "Das Gelbe vom Ball"
- Becker: “Würde mir wünschen, dass Sascha der erfolgreichste deutsche Tennisspieler aller Zeiten wird”
- Becker: “Mein Tipp ist, er wird nächstes Jahr sein erstes Grand-Slam-Turnier gewinnen und die Nummer eins werden”
- Becker: “Daniil und Sascha werden mit Novak um die Nummer eins kämpfen”
- Becker über den Davis Cup: “Da bin ich kein Fan dieses Systems”
- Becker über Novak Djokovic: “Ich kann mir nicht vorstellen, dass er nicht in Australien spielen wird”
24. November 2021 - Nach dem Erfolg von Alexander Zverev bei den ATP Finals ordnen Boris Becker und Matthias Stach im Eurosport-Podcast “Das Gelbe vom Ball” die Leistung und die Saison der deutschen Nummer eins ein. Tennis-Legende Becker outet sich als Zverevs “größter Fan” und würde es dem jungen Hamburger gönnen, der erfolgreichste deutsche Tennisspieler der Geschichte zu werden. Für 2022 sieht er Zverev “in irgendeinem Moment die Nummer eins werden” und insgesamt einen Dreikampf mit Novak Djokovic und Daniil Medvedev um den Topplatz in der Weltrangliste. Außerdem hält Becker nicht mit seiner Meinung zum neuen Davis-Cup-System hinter dem Berg (“Bin kein Fan”) und glaubt an einen Start seines Ex-Schützlings Djokovic bei den Australian Open.
Unten finden Sie die Aussagen von Boris Becker zu den unterschiedlichen Themenkomplexen, die sie mit Nennung der Quelle “Eurosport-Podcast ‘Das Gelbe vom Ball’” gerne in ihre Berichterstattung aufnehmen können. Über eine zusätzliche Rückverlinkung auf die Seite von eurosport.de oder den kompletten Podcast würden wir uns freuen.
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Den kompletten Podcast mit Boris Becker gibt es zum Nachhören auf allen Podcast-Plattformen (z.B. Spotify).
Eurosport-Experte Boris Becker im Podcast "Das Gelbe vom Ball" über...
...die starke Hallensaison von Alexander Zverev mit dem großen Finale in Turin: “Er hat gerade auch in der Hallensaison konstant starke Leistungen gezeigt. Er hat auch in Turin kein schwaches Match gespielt. Er verliert ein spektakuläres Match gegen Medvedev, aber ist dabei eigentlich immer stark geblieben, hatte keine schwache Phase. Für mich war das Halbfinale gegen Djokovic vielleicht der Höhepunkt, weil beide wirklich sehr gut gespielt haben. Novak hat ein tolles Match gespielt, aber Sascha war echt einen Tick besser. Und wie er dann das Finale 6:4, 6:4 gewonnen hat… Die Nacht war kurz - ich weiß nicht, wo er da die Stärke weggenommen hat, aber das war bärenstark!”
...Zverev als Beckers Nachfolger als bester deutscher Tennisspieler: “Am Montag habe ich die Preisgeldliste gesehen, da hat er mich jetzt überholt. Was man vergessen hat zu erwähnen: Man bekommt heute deutlich mehr Preisgeld für den gleichen Sieg, als vor 20 oder 30 Jahren. Das muss man alles im Verhältnis sehen, aber das ist ein schönes Problem. Ich würde mir wünschen, dass er der erfolgreichste deutsche Tennisspieler aller Zeiten wird. Dann hätten wir alle viel zu feiern und wir hätten wieder einen Tennis-Boom in Deutschland. Wir würden also alle gewinnen. Ich bin sein größter Fan und würde es ihm gönnen.”
...Saschas Ziel, die Nummer eins der Welt zu werden: “Man wird es nicht ohne einen Grand-Slam-Sieg schaffen. Das nächste große Ziel für Sascha Zverev muss die Nummer eins sein. Er kann es in meinen Augen nächstes Jahr schaffen. Aber das geht nur, wenn er ein oder zwei Grand-Slam-Turniere gewinnt, sonst wird es einer der Konkurrenten schaffen. Man hat es dieses Jahr gesehen: Die klare Nummer eins war Djokovic mit drei Grand-Slam-Siegen, die klare Nummer zwei war Medvedev mit einem Grand-Slam-Sieg und die klare Nummer drei war Sascha - und das hat seine Gründe. Sicherlich ist ein WM-Titel ein absolutes Highlight in der Karriere - den hat er jetzt auch schon zum zweiten Mal gewonnen - und auch der Sieg bei Olympia war sicherlich einmalig, aber der nächste große Triumph muss ein Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier sein. Dann kommst du deinem Traum näher.”
Link zum Video: https://www.eurosport.de/tennis/das-gelbe-vom-ball-boris-becker-exklusiv-alexander-zverev-wird-2022-die-nummer-eins_vid1576006/video.shtml
Und Beckers Tipp, ob Zverev sein Ziel (Nummer eins werden) erreicht: “Kurze Antwort: Ja. Mein Tipp ist, er wird nächstes Jahr sein erstes Grand-Slam-Turnier gewinnen und die Nummer eins werden. Ob er aber am Ende des Jahres die Nummer eins sein wird, da werden Daniil und Novak mitreden. Aber er wird in irgendeinem Moment des nächsten Jahres die Nummer eins werden.”
...Tsitsipas’ Verletzung und neues Trio an der Weltspitze: “Ich wünsche Stefanos eine gute Erholung. Am Ellenbogen operiert zu sein, ist für einen Tennisspieler die Höchststrafe. Das muss Stefanos wirklich vorsichtig angehen. Aber ich sehe Medvedev, Zverev und Djokovic einen Schritt weiter vorne. Ich glaube, Daniil und Sascha werden mit Novak um die Nummer eins kämpfen. Noch ist Djokovic der König, aber ich glaube, Daniil und Sascha kommen nah ran. Was seit den US Open passiert ist, war schon ein Zeichen. Das wird sich fortsetzen. Ich glaube, diese drei sind einen Schritt weiter als der Rest des Feldes.”
...das Familienumfeld von Alexander Zverev: “Sascha ist doch auch sehr eigensinnig und überzeugt von dem, was er macht. Man braucht eine gesunde Mischung, du musst natürlich überzeugt sein, wenn du auf den Platz gehst. Du bist dort mutterseelenalleine und musst die Entscheidungen selbst fällen. Trotzdem musst du ein Umfeld haben, dem du vertraust. Das ist ein Balanceakt. Aber ich glaube, diesen Balanceakt schafft die Familie Zverev in den letzten 18 Monaten. Man sieht deutlich: Sascha spielt besser Tennis, er gewinnt mehr und ist erfolgreicher. Das liegt auch daran, dass die ganze Familie Zverev wunderbar zusammenarbeitet.”
...verlorene Matches als Motivation: “Früher war Sascha vielleicht zufrieden, ins Halbfinale gekommen zu sein oder ein gutes Match gegen Djokovic gespielt zu haben. Aber ich glaube, er hat jetzt zu oft im Halbfinale oder Finale verloren. Das macht den Unterschied aus. Das sind alles Lehrstunden, die tun weh. Er geht jetzt mit dem einen Ziel ins Turnier: Ich will das Turnier gewinnen, ich will die Trophäe nach Hause bringen. Und das sieht man. Er lässt in der Körperspannung und Konzentration nicht nach.”
...das neue System im Davis Cup: “Der Plan ist irrsinnig, gerade für die Topspieler. Da muss man irgendwo die Entscheidung treffen: Was ist mir wichtiger: Meine Karriere oder der Davis Cup? Meine größte Hoffnung ist, dass sich das System des Davis Cups wieder verändern wird. Dann haben wir alle gewonnen. Den letzten Davis Cup, den ich in alter Struktur erlebt habe, war als Teamchef mit Deutschland in Valencia gegen Spanien. Das war für mich eines der schönsten sportlichen Erlebnisse. Da müssen wir wieder hin. Ich weiß nicht, wenn jetzt Belgien gegen Frankreich in Madrid spielt, wie viele Zuschauer da in die Halle kommen. Da bin ich kein Fan dieses Systems. Und ich glaube, die meisten Spieler sehen das ähnlich.”
Link zum Video: https://www.eurosport.de/tennis/das-gelbe-vom-ball-boris-becker-stellt-davis-cup-infrage-ich-bin-kein-fan-dieses-systems_vid1576028/video.shtml
...einen Start von Novak Djokovic bei den Australian Open: “Ich kann mir nicht vorstellen, dass er nicht in Australien spielen wird. Dafür liebt er den Sport zu sehr, dafür liebt er die Tennis-Historie zu sehr. Er will die 21 Grand-Slam-Siege erreichen. Australien ist sein bester Grand Slam. Da hat er schon neun Mal gewonnen. Wieso soll er nicht auch ein zehntes Mal gewinnen? Er sagt, es ist seine persönliche Entscheidung, ob er sich impfen lassen will oder nicht. Das geht niemanden etwas an. Da bin ich ganz bei ihm. Aber wenn er im Tenniszirkus spielen will - und wir haben die Diskussion ja auch um Joshua Kimmich - dann musst du dich halt den Regeln unterordnen. Das heißt, du musst dich impfen lassen, um zu spielen. Das gilt für Djokovic, das gilt für Kimmich und das gilt für jeden Sportler, der in dem jeweiligen Sport zuhause ist.”