Boris Becker im Eurosport-Podcast 'Das Gelbe vom Ball': "Zverev scheitert an Zverev, nicht am Gegner"
- Becker über Kerber als mögliche Fahnenträgerin in Tokyo: „Wäre die größte Ehre für sie“
- Becker über möglichem Tokyo-Verzicht von Djokovic: „Olympia passt eigentlich so gar nicht rein“
In einer neuen Folge des Tennis-Podcasts „Das Gelbe vom Ball“ von Eurosport zieht Matthias Stach gemeinsam mit Tennis-Legende Boris Becker ein Fazit zum prestigeträchtigen Grand-Slam-Turnier in Wimbledon. Novak Djokovic bietet sich nach dem Gewinn seines 20. Major-Titels in diesem Jahr noch eine weitere historische Chance.
Darüber hinaus analysiert das Duo die immer wiederkehrenden Fehler von Alexander Zverev und die Wiederauferstehung der Angelique Kerber. Zudem verrät Boris seinen emotionalsten Wimbledon-Moment.
Eurosport-Experte Boris Becker …
… über Novak Djokovic, der mit seinem 20-Grand-Slam-Sieg zu Nadal und Federer aufgeschlossen hat:
„Ich finde es auch irgendwo normal, dass man nicht nur respektiert, sondern auch geliebt werden will, wenn man so lange weltklasse ist. Es liegt gar nicht mal so sehr an ihm, er ist halt die Nummer eins, der Weltbeste und der Außenseiter wird dann eben unterstützt. Und Novak sieht das fast als Respektlosigkeit, dass man nicht für ihn ist. Ich habe ihm das versucht einige Male zu erklären, dass es [das Publikum, A.d.R.] jetzt für den Underdog ist und nicht so sehr gegen ihn. Dazu hat er mit Nadal und Federer die zwei möglicherweise populärsten Spieler aller Zeiten neben sich und wenn er gegen die spielt, dann sind die Zuschauer auch gegen ihn. Also es ist manchmal echt nervig in der Haut von Novak zu stecken. Was am Ende des Tages übrig bleibt, ist Respekt. Liebe ist eine Emotion, die geht mal hoch, mal runter.“
… Becker über einen möglichen Olympiaverzicht von Djokovic:
„Er hat jetzt drei von vier Grand Slam gewonnen, das ist sein großes Ziel. Alles andere kann und darf ihn auch nicht interessieren, das ist eine einmalige Möglichkeit. Olympia im Sommer passt eigentlich so gar nicht rein. Ich glaube erst, wenn er in Tokio landet, dass er Olympia spielt.“
Video:
… über Alexander Zverev in Wimbledon, der im Achtelfinale ausschied:
„Ich habe das Match im Achtelfinale von Zverev gegen Aliassime kommentiert. Es war eine Achterbahnfahrt. Teilweise Weltklasse, teilweise gar nicht gut. Er macht nach wie vor die gleichen Fehler, das ist eben das Nervige. Er scheitert jedes Mal an den gleichen Fehlern und Schwächen. Wie der Gegner heißt, das ist eigentlich fast egal. Zverev scheitert an Zverev und nicht an dem Gegner. Das muss ihn nerven. Er hat einen anderen Anspruch und will Grand Slams gewinnen. Ich finde, er hat das Potenzial dazu. Gerade wenn die großen Drei so langsam aufhören. Im Kreis der Jüngeren ist er führend und muss sich hinter keinem verstecken. Aber er muss die gleichen Fehler abstellen und das ist eben das Nervige, dass sich das von Grand Slam zu Grand Slam wiederholt. In kritischen Phasen bleibt er zu passiv, er steht hinter der Grundlinie und hofft, dass der Gegner einen Fehler macht. Das langt gegen die schlechter-platzierten Spieler, aber die Besseren machen eben keinen Fehler."
Video:
https://www.eurosport.de/tennis/boris-becker-erklart-woran-alexander-zverev-bei-den-grand-slams-immer-wieder-scheitert_vid1503650/video.shtml
… über die wiedererstarkte Angelique Kerber:
„Das war für mich Queen Angie! Ich war freudig überrascht, wie gut sie gespielt hat. Man hat gesehen, wie viel Spaß es ihr gemacht hat wieder auf Rasen zu spielen. Ich glaube Angie ist erstmal auf einem Höhenflug, das Halbfinale in Wimbledon tat ihr sehr gut. Olympia war immer ein Ziel für sie. Bei den letzten Olympischen Spielen hat sie sehr gut abgeschnitten, insofern wäre es vielleicht die größte Ehre für sie, wenn sie die deutsche Fahne ins Stadion tragen dürfte.“
Video:
https://www.eurosport.de/tennis/boris-becker-von-kerber-leistung-in-wimbledon-begeistert-das-war-queen-angie_vid1503651/video.shtml
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