Haas: “Für Sascha ist viel drin, aber…” | Eurosport-Podcast “Das Gelbe vom Ball”
- Haas über Zverev: “Wenn man sieht, wer nachkommt, stellt man fest, dass es nicht einfacher wird”
- Haas glaubt an Djokovic: “Am Ende des Tages die meisten Grand-Slam-Titel”
- Wer ist die GOAT? - Haas: “Diese Debatte finde ich schwierig”
Tommy Haas nimmt in der neuen Episode des Eurosport-Podcasts "Das Gelbe vom Ball" Stellung zu der Frage, die Tennisfans auf der ganzen Welt beschäftigt: Wer geht als Rekordsieger bei Grand-Slam-Turnieren in die Annalen ein, zieht Novak Djokovic noch an Rafael Nadal vorbei?
"Wenn ich jetzt antworte, sage ich ja", legt sich Haas im Gespräch mit Moderator Matthias Stach fest und liefert auch die Gründe für seine Einschätzung: "Novak übersieht nichts und wird wirklich alles dafür tun, um am Ende des Tages die meisten Grand-Slam-Titel zu haben.”
Graf, Williams oder Court?
Die Diskussion um den oder die sogenannten GOAT, den Größten/die Größte aller Zeiten, mag Haas indes weniger. In dieser Hinsicht fallen bei den Frauen meist die Namen Serena Williams, Steffi Graf und Margaret Court. "Diese Debatte finde ich schwierig", erklärt Haas. "Serena hatte eine unglaubliche Karriere. Das gilt aber auch für Steffi, die überdies 1988 den Golden Slam mit allen vier Major-Wettbewerben plus Olympia-Gold geschafft hat. Eine Leistung, die bis heute von niemandem wiederholt werden konnte", gibt Haas zu bedenken. Nehme man "die Zahl der Grand-Slam-Titel als Maßstab, muss man auch Court nennen. Das war allerdings wieder eine ganz andere Zeit, in der die Konkurrenz vielleicht nicht so stark war. Wo also soll man in der GOAT-Debatte anfangen und aufhören?"
Haas warnt Zverev vor neuer Generation: "Die Zeit rennt dahin..."
Alexander Zverev ist nach seiner Sprunggelenksverletzung - erlitten bei den diesjährigen French Open - wieder fit. Haas gibt aber zu bedenken, dass es für den 25-Jährigen immer schwerer wird, seinen Traum vom Grand-Slam-Titel zu verwirklichen. "Die Zeit rennt dahin. Wenn man sieht, wer nachkommt, stellt man fest, dass es nicht einfacher wird", sagt Haas.
"Federer ist nicht mehr dabei, aber Nadal hat bestimmt noch ein oder zwei Jahre, Djokovic zwei oder drei. Und was machen Tsitsipas und Medvedev, ist Kyrgios hungriger geworden?", fragt Haas. Auch die jüngste Generation der Topspieler um den Weltranglistenersten Carlos Alcaraz, dazu Jannik Sinner und Lorenzo Musetti bringt der Hamburger ins Spiel. "Das wird sehr interessant. Für Sascha ist viel drin, aber entscheidend ist immer auch: Wie ist die Einstellung und wie sehr will ich es?", so Haas im Gespräch mit Eurosport-Kommentator Matthias Stach.
Zverev habe "das Talent, die Reichweite, die Größe, einen guten Aufschlag und geile Schläge. Dazu verfügt er meiner Meinung nach über die beste beidhändige Rückhand auf der Tour", analysiert Haas, der sich sicher ist, dass Deutschlands Nummer eins wieder zu alter Stärke findet: "Sascha wird schnell zurückkommen und unglaublich gute Matches spielen. Er muss natürlich erst reinkommen, Matchpraxis sammeln. Er lebt Tennis und hat ein gutes Team um sich."
Den kompletten Podcast mit Tommy Haas finden Sie hier.