Hasret Kayikçi exklusiv: "Können weiter an unserer Geschichte schreiben" | Eurosport-Interview
Hasret Kayikçi gehört zu den Identifikationsfiguren beim SC Freiburg. Im Interview mit eurosport.de spricht die elfmalige deutsche Nationalspielerin über wichtige Schritte in der weiteren Professionalisierung des Frauenfußballs, eine notwendige Modernisierung und legt bei vorhandenen Missständen den Finger in die Wunde. Darüber hinaus wirft sie einen Blick zurück auf den schwierigen Beginn ihrer eigenen Profi-Karriere.
Unten finden Sie ausgewählte Zitate von Hasret Kayikçi, die Sie mit Nennung der Quelle "eurosport.de" gerne in Ihre Berichterstattung übernehmen können. Über eine Rückverlinkung auf der gesamte Interview würden wir uns sehr freuen.
Hasret Kayikçi vom SC Freiburg über...
...die neue Spielstätte im Dreisamstadion: "Wir haben sehr lange dafür gekämpft, dass wir in diesem Stadion spielen dürfen und die Infrastruktur bekommen, die wir uns verdienen. Deswegen freuen wir uns, dass wir hier sind und etwas Neues für den Frauenfußball aufbauen können. Jetzt können wir weiter an unserer Geschichte schreiben."
...die Veränderungen durch den Umzug: "Die Möglichkeiten, die wir jetzt haben, vereinfachen vieles. Zuletzt mussten wir noch eine halbe Stunde durch die Stadt fahren, um das Krafttraining zu absolvieren. Jetzt ist alles an einem Ort. Auch die Regeneration ist nun vielfältiger - egal ob im Eisbad oder in der Sauna.
In meiner Karriere war ich häufig verletzt. Aber wenn ich zurückblicke, dann wurde das Thema im Frauenfußball gerne heruntergespielt. Wir trainieren schließlich acht Mal pro Woche und haben zusätzlich ein Spiel. Wenn man zusätzlich eine unprofessionelle Infrastruktur zur Verfügung hat, dann ist die Verletzungsgefahr groß. Einerseits haben wir keinen festangestellten Physiotherapeuten und viele von uns arbeiten noch nebenbei. Andererseits macht es aber einen großen Unterschied, wenn sich der Aufwand für das Training deutlich reduziert. Als Leistungssportler braucht man das entsprechende Umfeld, um Topleistungen an den Tag legen zu können."
...weitere Schritte, um die Professionalisierung im Frauenfußball voranzutreiben: "Natürlich geht es auch um die Bezahlung der Spielerinnen. Sicherlich ist es in den letzten Jahren besser geworden, aber es gibt immer noch einiges zu tun. Wir müssen nicht Millionen verdienen. Es sollte darum gehen, dass Spielerinnen nicht mehr nebenbei 40 Stunden pro Woche arbeiten oder in 5er-WGs wohnen müssen. Die Mehrheit verdient nicht genug mit dem Fußballspielen. Wenn man sich nur auf das Wesentliche konzentrieren könnte, würde das Niveau weiter steigen."
...Selbstzweifel wegen ihrer großen Verletzungsanfälligkeit: "Das hat jeder. Bei der ersten Verletzung denkt man noch, dass man sofort wieder auf dasselbe Niveau zurückkommt. Spätestens nach dem zweiten oder dritten Rückschlag weiß man aber, dass dies nicht der Fall ist. Ich war damals zu jung und habe für den Leistungssport zu viel aufgegeben, um einfach auszusteigen. Der Fußball ist alles, wofür ich mein ganzes Leben lang gekämpft habe. Deswegen bin ich froh, dass ich es damals durchgezogen habe. So hätte ich mir nie vorwerfen müssen, dass ich es nicht versucht habe."
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Sendehinweis: Eurosport überträgt das Spiel der Flyeralarm Frauen-Bundesliga zwischen dem SC Freiburg und Turbine Potsdam am Freitag, 25. März, ab 17:55 Uhr live im Free-TV bei Eurosport 1 und im kostenlosen Livestream bei Eurosport mit Joyn. Kommentator der Partie ist Markus Theil.