Eurosport-Interview I Boris Becker exklusiv über den Weltranglisten-Rekord von Novak Djokovic
- Becker über Djokovic-Rekord: "Das ist einer für die Tennis-Geschichtsbücher"
- Becker über Zverev: "Beeindruckt von seiner körperlichen Belastbarkeit"
- Becker über Murray: "Sagenhaft!"
Mit dem Erscheinen der neuen Weltrangliste steht Novak Djokovic nun in der 378. Woche auf Position eins und damit eine Woche länger als es Steffi Graf während ihrer einzigartigen Karriere als Nummer eins der Welt gebracht hat. Eurosport-Experte Boris Becker, Wegbegleiter von Steffi Graf und ehemaliger Trainer von Novak Djokovic, spricht im Eurosport-Interview über die Leistung seines ehemaligen Schützlings. "Ich hätte nie gedacht, dass dieser Rekord geknackt werden könnte, und als Landsmann hätte ich mir natürlich gewünscht, dass Steffi (Graf) weiterhin die All-Time-Leaderin ist. Aber da ich auch ein enger Freund von Novak bin, bin ich auch nicht allzu unglücklich. Novak ist ein fantastischer Typ und ein großartiger Champion", sagt Becker, der davon ausgeht, dass sich der Vorsprung von Djokovic auf Graf durchaus noch erhöhen dürfte: "Die Uhr läuft ja noch - ich denke, Novak wird noch ein paar Wochen die Nummer eins sein, bevor jemand seine Krone übernimmt."
Bei einem weiteren Graf-Rekord ist Becker optimistisch, dass er noch eine Weile Alleinstellungsmerkmal bleiben wird - der Golden Slam, der mit den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Paris wieder einmal zur Disposition steht. "Ich persönlich glaube nicht, dass Novak an den Golden Slam denkt. Ich denke, er will das 23. Major seines Lebens gewinnen, was der Rekord wäre. Die nächste Chance ist in Roland Garros. In meinen Augen ist der Favorit für Paris immer noch Rafael Nadal, aber Novak ist ihm auf den Fersen", sagt Becker.
Auch zum Fitnesszustand von Alexander Zverev äußerte sich Becker: "Ich habe Sascha Zverev in Trier (beim Davis Cup) erlebt und war eigentlich beeindruckt von seiner körperlichen Belastbarkeit, seiner Fitness, seiner Physis. Ich glaube, da ist er wieder bei 100 Prozent. Jetzt geht’s natürlich um Matchpraxis, um Turniere, um die sogenannte Matchfitness, die du im Training natürlich nicht bekommst. Er braucht einfach Geduld - das sind jetzt die harten Wochen und Monate."
Für das Comeback von Andy Murray hat Becker ein Wort übrig: "Sagenhaft!"
Unten finden Sie die Aussagen von Boris Becker zum Rekord von Novak Djokovic und den weiteren Themenbereichen, die sie mit Nennung der Quelle “Eurosport" gerne in ihre Berichterstattung aufnehmen können.
Eurosport-Experte Boris Becker über...
...378 Wochen Novak Djokovic als Weltranglisten-Erster: "Novak Djokovic bricht einen historischen Rekord. Er stand in seiner Karriere jetzt insgesamt 378 Wochen an Nummer eins. Das ist eine unglaubliche Leistung. Ich hätte nie gedacht, dass dieser Rekord geknackt werden könnte, und als Landsmann hätte ich mir natürlich gewünscht, dass Steffi (Graf) weiterhin die All-Time-Leaderin ist. Aber da ich auch ein enger Freund von Novak bin, bin ich auch nicht allzu unglücklich. Novak ist ein fantastischer Typ und ein großartiger Champion. Rekorde sind dazu da, gebrochen zu werden. Früher oder später werden alle Rekorde gebrochen, aber das ist einer für die Tennis-Geschichtsbücher. Und die Uhr läuft ja noch - ich denke, Novak wird noch ein paar Wochen die Nummer eins sein, bevor jemand seine Krone übernimmt.
...die Chancen von Novak Djokovic auf den Golden Slam 2024: "Ich persönlich glaube nicht, dass Novak an den Golden Slam denkt. Ich denke, er will das 23. Major seines Lebens gewinnen, was der Rekord wäre. Die nächste Chance ist in Roland Garros. In meinen Augen ist der Favorit für Paris immer noch Rafael Nadal, aber Novak ist ihm auf den Fersen. Mal sehen, was diese beiden großartigen Champions uns zeigen werden."
...die Fitness von Alexander Zverev: "Ich habe Sascha Zverev in Trier (beim Davis Cup) erlebt und war eigentlich beeindruckt von seiner körperlichen Belastbarkeit, seiner Fitness, seiner Physis. Ich glaube, da ist er wieder bei 100 Prozent. Jetzt geht’s natürlich um Matchpraxis, um Turniere, um die sogenannte Matchfitness, die du im Training natürlich nicht bekommst. Er braucht einfach Geduld - das sind jetzt die harten Wochen und Monate. Ich hoffe, dass er bis zur Sandplatzsaison dann genug Matches gespielt hat, um wieder in seine alte Form zu kommen, aber das kann auch schon nächste Woche passieren. Man sollte sich jetzt kein Alibi suchen und sagen ‚Ich habe noch zwei bis drei Monate Zeit‘. Wann immer er sein nächstes Match, sein nächstes Turnier gewinnen kann, sollte er das so schnell wie möglich tun. Aber ich bin guter Dinge."
...Andy Murray: "Ein Wort würde ich gerne über Andy Murray verlieren: SAGENHAFT. Ich hätte nicht gedacht, dass er nach seiner Hüft-OP vor allem körperlich so stark zurückkommt. Wie er die Gegner in die Knie zwingt, meistens über drei Sätze, dabei gutes Tennis spielt, auch gegen Daniil Medvedev im Finale – es ist sagenhaft, wohin der Brite es wieder geschafft hat. Und wenn er so weiter macht, freue ich mich schon auf Wimbledon. Ich schaue mal voraus: Wenn er die nächsten Turniere so weiter macht und weiter Matches gewinnt, dann ist er wieder auf Augenhöhe für seinen Lieblingsbelag - und das ist Rasen!"
Anbei der Link zum ausführlichen Artikel inklusive weiterer Stimmen der Eurosport-Experten Barbara Schett und Alex Corretja: https://www.eurosport.de/tennis/boris-becker-und-co.-geraten-ins-schwarmen-eurosport-experten-aussern-sich-exklusiv-zum-rekord-von-n_sto9436107/story.shtml