"Oberflächlich ein Debakel": Barbara Rittner exklusiv über das deutsche Damen-Tennis
- Rittner: "Das spielerische Talent ist da"
- Rittner: "Öfter einfach mal der Kopf in den Sand gesteckt"
- Zverev exklusiv in Matchball Becker
Erstmals seit 1958 steht keine deutsche Dame in der zweiten Runde der Einzelkonkurrenz bei den French Open. Barbara Rittner, Eurosport-Expertin und Head of Women's Tennis beim Deutschen Tennis Bund, spricht über die Situation im deutschen Frauen-Tennis exklusiv in der "bett1-Analyse".
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Barbara Rittner exklusiv in der "bett1-Analyse" über...
...ein "Debakel für das deutsche Damen-Tennis": "Oberflächlich betrachtet ist das absolut richtig. Nur drei Spielerinnen im Hauptfeld hatten wir schon lange nicht und dann sind alle in der ersten Runde ausgeschieden. Das Thema ist aber ein bisschen komplexer und man muss das große Ganze sehen."
...die Gründe für nur drei Starterinnen im Hauptfeld von Roland-Garros: "Julia Görges hat aufgehört, Sabine Lisicki ist schon länger verletzt, Tatjana Maria hat ihr zweites Kind bekommen - das sind welche, die sonst immer dabei waren. Anna-Lena Friedsam hat in der dritten Quali-Runde verloren, drei weitere in der zweiten Quali-Runde - da hat sich also niemand durchgespielt. Die Jungen dahinter sind noch nicht so weit. Da spielen drei, vier in der kommenden Woche erst mal im Jugendwettbewerb mit. Es ist also nicht so, dass keine Spielerinnen da sind, wir haben aber eben die Situation, dass nur drei im Hauptfeld waren."
...die Lücke, die sich hinter den Topspielerinnen aufgetan hat: "Es liegt nicht an den dreien. Die haben jahrelang geliefert. Dahinter ist eine Lücke entstanden - bei denen, die das jetzt auffangen könnten. Da muss man sich fragen, wo Spielerinnen sind wie Annika Beck oder Carina Witthöft, die beide schon unter den Top50 standen, oder Antonia Lottner, die den Weg nach vorne so richtig nicht gefunden hat, oder Dinah Pfizenmaier und Anna-Lena Friedsam, die sich verletzt haben? Die Lücke war geschlossen, aber jede hat so ihren Grund, warum sie nicht mehr dabei ist. Deswegen ist es unfair zu sagen, es würde seit Jahren nichts mehr kommen. Nein, das wären die Spielerinnen, die jetzt eigentlich auf dem Hoch ihrer Karrieren wären - und die sind halt teilweise nicht mehr da oder waren verletzt und sind zurückgeworfen worden. Deswegen ist diese Lücke überhaupt da."
...kommende Talente: "Es gibt da vier, fünf Spielerinnen, über die ich sagen würde, sie sind gar nicht so weit weg. Trotzdem sind sie noch weit weg. Ich frage mich, wie durchsetzungswillig sind sie, wie bissig sind sie über längere Zeit. Es wird immer etwas dazwischenkommen. Andrea Petkovic hat sich mit 19 Jahren das Kreuzband gerissen, Angie Kerber hat sich bei einem Turnier den Unterarm gebrochen, aber die Leidenschaft und der Wille waren so groß, dass sie es weggesteckt haben und sich zurückgekämpft. Man darf das nicht pauschalisieren, aber ich habe das Gefühl, dass bei der Generation dahinter öfter einfach mal der Kopf in den Sand gesteckt wird. Da bin ich gespannt, wie hart sie konstant an sich arbeiten und wer am Ende diejenige ist, die durchhält, die Ellbogen ausfährt und die Leidenschaft hat dabeizubleiben. Denn das spielerische Talent ist da, einige haben schon das Niveau an die Top100 heran."
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In "Matchball Becker" erklärt Alexander Zverev zudem die Faktoren für seinen Dreisatzerfolg im Zweitrunden-Match gegen Roman Safiullin.
Das komplette exklusive Interview: https://www.eurosport.de/tennis/french-open/2021/alexander-zverev-interview-sieg-safiullin-exklusiv-becker-stach-roland-garros-nicht-mir-mir_vid1484549/video.shtml
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