"Sorgen um Naomi": Eurosport-Experten Becker, Rittner und Zverev zum Osaka-Rückzug
- Becker: "Wirft natürlich Fragen auf"
- Rittner: "Sie hat alles Verständnis dieser Welt"
- Zverev: "Jeder fühlt emotional anders"
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
nach dem Rückzug von Naomi Osaka von den French Open haben sich die Eurosport-Tennis-Experten Boris Becker, Barbara Rittner und Mischa Zverev sowie Mats Wilander und Alex Corretja zur Entscheidung der viermaligen Grand-Slam-Siegerin geäußert.
Die untenstehenden Zitate stehen Ihnen für die redaktionelle Verwendung mit der Quellenangabe "Eurosport" gerne zur Verfügung.
Boris Becker exklusiv bei Eurosport: "Das gab's noch nie, dass eine Spielerin so öffentlich mit ihren Problemen umgegangen ist. Dass sie Angstzustände hat, vor die Presse zu treten. Aber das wirft natürlich andere Fragen auf. Kann sie den Beruf der Tennisspielerin fortführen? Kann sie Wimbledon spielen, kann sie die US Open spielen? Momentan sage ich eher nicht. Das hört ja nicht auf. Die Geschichte wird ja eher größer als weniger. Ich mache mir aktuell ein bisschen Sorgen um Naomi."
Barbara Rittner exklusiv bei Eurosport: "Sie hat ergreifende Zeilen veröffentlicht, die wesentlich besser erklären, wie das im Vorfeld in ihrem Kopf zustande kam. Jetzt verstehe ich auch dieses Wort 'Mental Health'. Dann hat sie alles Verständnis dieser Welt und dann ist es auch einfach konsequent von ihr, aus dem Turnier auszusteigen und sich die Zeit zu nehmen, die sie braucht. Es ist unglaublich, wie sie mit dieser Belastung so erfolgreich spielen konnte."
Mischa Zverev exklusiv bei Eurosport: "Ich bin sehr überrascht, es ist solch ein emotionaler Moment. Du siehst diese Superstars da draußen, so viele von ihnen haben sich in den vergangenen Jahren den Pressekonferenzen gestellt, aber nicht jeder Spieler und jede Spielerin ist gleich. Jeder fühlt emotional anders. Sie ist ein Superstar, Grand-Slam-Siegerin und sie leidet unter Emotionen, die sie nicht kontrollieren kann. Das ist nun das Ergebnis - sie hat sich entschieden, einen Schritt zurückzutreten und dass sie eine Auszeit braucht."
Mats Wilander exklusiv bei Eurosport: "Viele Menschen stecken in einer ähnlichen Situation wie sie, weil sie berühmt ist, kann sie darüber sprechen. Hoffentlich kann sie zurückkommen und andere Menschen mit mentalen Problemen inspirieren. Ich denke, der zweite Punkt bei dieser Sache ist, dass dies bereits vorher hätte bekannt sein sollen, bevor sie sich entschied, nicht an den Pressekonferenzen teilzunehmen. Die Tatsache, dass sie diese Probleme seit 2018 hat und im vergangenen Jahr auf Social Media sehr aktiv wurde und darüber sprach, als Athletin eine Stimme zu haben – so etwas musst du Bedenken, wenn du auf Social Media aktiv bist. Ich frage mich, wo ist in dieser Situation das Management? Der Manager muss da natürlich mit Naomi sprechen und fragen 'bist du ok? Lass uns vorher darüber sprechen'. Nun ist alles explodiert."
Àlex Corretja exklusiv bei Eurosport: "Das ist absolut schockierend. Es ist eine traurige Nachricht, dass Naomi ausgestiegen ist. Das zeigt, dass wir vor allem Menschen sind, wenngleich die Leute oft nur den Tennisprofi sehen, der einen Ball auf dem Court schlägt. Was im Kopf der Aktiven vorgeht, gerät aber häufig in den Hintergrund."
Hier finden Sie die Reaktionen von Boris Becker und Barbara Rittner auch als Link und Embed Code: https://www.eurosport.de/tennis/french-open/2021/naomi-osaka-steigt-aus-roland-garros-becker-rittner-reaktion-presse-boykott_vid1483418/video.shtml