"Wenn ich Fußball spiele, vergesse ich alles - sogar den Krieg" | Die Geschichte von Marko Podoliak bei "The Power of Sport" bei Eurosport
Marko Podoliak ist 18 Jahre alt. Marko ist ein talentierter junger Fußballer, der aus der Ukraine fliehen und dabei seine Familie zurücklassen musste. In England, beim Bracknell Town Football Club, hat Marko eine neue Heimat gefunden. Der Klub unterstützt ihn für die kommenden zwei Jahre.
Eigentlich sollte Marko erst im September anfangen, doch der Verein sorgte für einen früheren Start, damit Marko dem Krieg entkommen konnte - denn mit seinem 18. Geburtstag Anfang Mai hätte ihm in der Ukraine die Einberufung in die Armee gedroht.
Unten finden Sie Zitate aus einem Interview mit Marko Podoliak und Kayne Steinborn-Busse, die Sie mit Nennung der Quelle "'The Power of Sport' bei Eurosport" gerne redaktionell nutzen können. Die komplette Geschichte von Marko Podoliak wird am Mittwoch (11. Mai, 19:00 Uhr bei Eurosport 1) in der zweiten Episode der neuen, plattformübergreifenden Serie "The Power of Sport" bei Eurosport 1 ausgestrahlt.
Marko Podoliak:
"Das ist die Flagge meines Landes. Blau symbolisiert für mich die Freiheit, den klaren Himmel über dem Kopf. Gelb ist ein schönes Feld, frei, makellos, unversehrt, und ich bin stolz, stolz darauf, dass ich Ukrainer bin. Ich bin in der Stadt Lviv geboren und aufgewachsen. Sie liegt im westlichen Teil der Ukraine. Es ist eine sehr schöne Stadt, und ziemlich alt. Heutzutage greifen die russischen Truppen immer wieder an. Natürlich mache ich mir Sorgen um meine Eltern und meine Familie, denn die Raketen können auf jeden Teil unseres Landes fallen. Das ist sehr gefährlich. Wir telefonieren jeden Tag miteinander. Wir sind immer miteinander in Kontakt."
"Es ist ein anderes Land (im Vereinigten Königreich), eine andere Sprache, eine andere Kultur. Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten, mich zu verständigen. Jetzt lerne ich die Sprache und es ist viel einfacher. Ich kann mit meinen Mannschaftskameraden scherzen, ich kann mehr mit ihnen reden, es ist ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist."
"Wenn ich Fußball spiele, vergesse ich alles - sogar den Krieg. Fußball spielt eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben. Ich spiele seit meiner Kindheit. Ich habe es immer geliebt. Ich gibt für mich nichts Besseres als Fußball zu spielen - und es ist mein Traum, auf Spitzenniveau zu spielen."

Kayne Steinborn-Busse, Vorsitzender und CEO von Bracknell Town FC:
"Ich habe selbst drei Jungs - mein jüngster ist gerade 18 geworden. In meinen Augen ist er noch ein Kind, er ist noch in der Ausbildung. Es gibt kein richtiges Alter, um in den Krieg zu ziehen, aber ein Kind, das in den Krieg zieht, ist etwas, das ich einfach nicht zulassen kann. Deshalb habe ich Himmel und Menschen in Bewegung gesetzt, um Marko ins Land zu holen, denn Markos Vater und sein älterer Bruder mussten zur Landesverteidigung einrücken, aber sie sind keine Kämpfer. Sie haben keinen militärischen Hintergrund."
"Sie waren einfach eine normale Arbeiterfamilie, die auseinandergerissen wurde, weil jemand in ihr Land einmarschierte."
"Es war toll, ihn hier kicken zu sehen. Aber vor zwei Wochen habe ich ihn mit einem unserer amerikanischen Studenten Billard spielen sehen, und das war wahrscheinlich der Moment, der mich am meisten berührt hat, der mich am meisten erschüttert hat."
"Diese Normalität bei allem, was in Marcos Leben vor sich geht. Wenn man ihn beim Fußballspielen sieht, kann man sehen, dass er irgendwie abschalten kann. Ich kann mir kaum vorstellen, was ihm jede Minute des Tages durch den Kopf geht."
Bilder zur kostenfreien redaktionellen Verwendung finden Sie hier (Fotocredit: The Power of Sport/Eurosport).