Werner Schuster exklusiv im Eurosport-Podcast: „An Eisenbichler muss man erstmal vorbei!“
27. November 2020 - Werner Schuster war elf Jahre lang Bundestrainer der deutschen Skisprung-Herren. Unter seiner Leitung feierte die Mannschaft große Erfolge. Nun begibt er sich auf neues Terrain und kommentiert seit dieser Saison die Wettkämpfe für Eurosport. Im Eurosport-Podcast „Extra Time“ verrät der Kleinwalsertaler Moderator Tobias Hlusiak, was er sich in der laufenden Saison vom DSV-Team und Auftaktsieger Markus Eisenbichler erwartet und lobt den 29-Jährigen in höchsten Tönen. Zudem gibt Schuster Insights rund um die Coronaproblematik und Fälle im österreichischen Team.
An diesem Wochenende ist Werner Schuster erneut als Co-Kommentator am Eurosport-Mikrofon zusammen mit Kommentator Matthias Bielek und begleitet die Qualifikation (heute live ab 16:40 Uhr) und die beiden Springen (Samstag live ab 16:30 Uhr und Sonntag live ab 15:25 Uhr) bei Eurosport 1 im Free-TV.
Das komplette Gespräch mit Werner Schuster ist jetzt als Podcast unter folgendem Link sowie auf allen gängigen Podcatchern zu hören, z.B. via Spotify oder bei Apple-Podcast Anbei die besten Aussagen. Die Zitate stehen bei Quellennennung „Eurosport-Podcast Extra Time“ redaktionell frei zur Verfügung.
Eurosport-Experte Werner Schuster über...
… den erfolgreichen Auftakt der DSV-Adler:
„Doppelsiege kann man nicht planen, aber grundsätzlich war mir klar, dass das deutsche Team wirklich gut aufgestellt sein wird. Sie haben Schanzen im eigenen Land und konnten dort auf der Eisspur gut trainieren. Mit Stefan Horngarcher hat das DSV-Team einen erfahrenen, hochkompetenten Trainer. Die Sportler sind inzwischen reif und erfahren, aber trotzdem noch jung und hungrig genug. Dem deutschen Sportfan muss nicht Bange sein. Das wird nicht der letzte Sieg gewesen sein, sondern da ist riesig Potential drin. Es war insgesamt eine deutschsprachige Gelegenheit, auch Österreich ist super gestartet. Die Topnationen haben ihre Hausaufgaben gemacht und es wird ein hochspannender Winter.“
... Auftaktsieger Markus Eisenbichler:
„Man hat schon bei den deutschen Meisterschaften gesehen, dass er sehr viel Vorsprung hatte. In Wisla hatte ich das Gefühl, dass er selbst mit fehlerhaften Sprüngen noch relativ weit gesprungen ist und mit seinem letzten Sprung konnte er sich absetzen. In diesem Sprung steckt enormes Potential. Das letzte Wort ist sicher noch nicht gesprochen. Es gibt auch Konkurrenten, die vielleicht noch besser werden, einer ist mit ihm auf dem Zimmer: Karl Geiger. Aber es gibt auch andere Nationen, die noch nicht alle Karten aufgedeckt haben. Aber an Markus Eisenbichler muss man erstmal vorbei. Dieser Sieg wird ihm viel Kraft geben. Wie ich ihn kenne, ist ab jetzt an jedem Wochenende mit ihm zu rechnen.“
... die Situation der lange Zeit verletzten Rückkehrer Andreas Wellinger und Severin Freund:
„Severin möchte sich sicher noch einmal für die Heim-WM qualifizieren, denn das Karriereende ist ja nicht mehr soweit weg. Mit Kuusamo kommt jetzt eine Schanze, die er liebt, dort hat er schon ein Paar mal gewonnen. Dort wird man sehen, ob er einen Top-15 Platz nachholen kann. Andi Wellinger ist noch jünger, hat aber auch ein Jahr pausiert und möchte schnellstmöglich anschließen. Er hat bei der ersten Station noch nicht aufgezeigt und wird noch Zeit brauchen. Beide Sportler sind so ehrgeizig und haben nicht trainiert, um 30. oder 40. zu werden. Die wollen vorne rein. Ich denke, die Fans aber auch die beiden selbst werden Geduld brauchen. Sie werden sicher die volle Unterstützung kriegen und hoffentlich können sie die Skisprung-Szene möglichst zeitnah wieder bereichern.“
… über die Corona-Problematik und die aktuellen Corona-Fälle im österreichischen Team:
„Ich habe das Konzept der FIS als sehr mutig bezeichnet. Ich hoffe, dass wir später nicht sagen müssen, das war Übermut. Es ist natürlich weiterhin in Zeiten wie diesen nicht einfach von Wochenende zu Wochenende in verschiedene Länder zu reisen. Es kommen Sportler und Betreuer aus unterschiedlichen Nationen zusammen und der Stab ist ja nicht klein. Im Moment ist es fürchterlich, dass es so ein renommiertes Team erwischt. Ich war mit Gregor (Schlierenzauer, Anm.d.Red.) in Kontakt und gerade das österreichische Team hat sich mit der Thematik sehr gewissenhaft auseinander gesetzt und es ist trotzdem passiert. Man muss demütig sein und sagen: Wir tun alles, aber wir haben nicht alles im Griff!“
In "Extra Time - der Eurosport-Podcast" sprechen Experten, ehemalige und aktive Sportler sowie Kommentatoren aus dem Hause Eurosport über aktuelle Geschehnisse im und um den Sport. Alle Folgen gibt es ab jetzt bei Spotify, Apple-Podcast und überall, wo es sonst noch Podcasts gibt.