Wolfsburgs Tabea Waßmuth: "Von England eine Scheibe abschneiden" | Eurosport-Interview
Der Frauen-Fußball in Deutschland hat in den letzten Jahren einen guten Schritt nach vorne gemacht. Sportlich kann sich die Bundesliga mit den anderen großen Ligen auf Augenhöhe messen. In Sachen Vermarktung und Sichtbarkeit sieht Tabea Waßmuth vom VfL Wolfsburg noch Entwicklungsmöglichkeiten. Im exklusiven Gespräch mit eurosport.de spricht die Angreiferin über kleine Anpassungen mit großem Wirkungspotenzial, setzt Hoffnungen auf die EM und warnt davor, den kommenden Gegner 1. FC Köln (Freitag, 19:00 Uhr live bei Eurosport 1 und im kostenlosen Livestream bei Eurosport mit Joyn) auf die leichte Schulter zu nehmen.
Unten finden Sie ausgewählte Aussagen von Tabea Waßmuth aus dem exklusiven Gespräch mit eurosport.de, die Sie gerne mit Nennung der Quelle "eurosport.de" in Ihre Berichterstattung übernehmen können. Über eine zusätzliche Rückverlinkung auf eurosport.de/fussball/ würden wir uns freuen.
Tabea Waßmuth vom VfL Wolfsburg über...
...die Unterschiede zwischen dem Frauen-Fußball in Deutschland und England: "Ich glaube, dass England uns schon einen Schritt voraus ist, was die Vermarktung und die Sichtbarkeit angeht. Da kann sich Deutschland auf jeden Fall eine Scheibe von abschneiden. Wir sind in Deutschland in den vergangenen Jahren auch schon einen Schritt weitergekommen, wir verbessern uns stetig - aber wenn wir nach England schauen, dann sieht man da größere Schritte."
...kleine Anpassungen, von denen sie sich größere Auswirkungen erhoffen würde: "In England hat jeder Zugriff auf den FA Player. Der ist sogar kostenlos. In Deutschland gibt es hingegen nur das Eurosport-Spiel und selten auch mal Top-Spiele in der ARD, alles andere muss bezahlt werden. Darüber hinaus sind bei einigen englischen Klubs wie etwa Manchester City die Social-Media-Kanäle der Männer und der Frauen miteinander verbunden, das gibt es in dieser Form in Deutschland auch noch nicht. Das sind meiner Meinung Kleinigkeiten, die Großes bewirken können.
In der Champions League dürfen wir zum Glück auch in der Volkswagen Arena spielen und auch die Bayern dürfen jetzt in die Allianz Arena. Das ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Natürlich ist es auch für uns viel cooler, wenn mehr Fans im Stadion sind und mehr Menschen den Frauenfußball sehen. Ich hoffe, dass sich das hier in Deutschland etabliert und wie in England bei ausgewählten Highlight-Spielen Normalität wird."
...die EM als Bühne für den Frauen-Fußball: "Ich hoffe, dass sich etwas ändert. Das hängt natürlich auch wieder von der Vermarktung in Deutschland ab. Nur wenn Spiele auf guten Sendeplätzen gezeigt werden, trägt das dazu bei, die Sichtbarkeit in Deutschland zu erhöhen. Besonders so ein Event kann dafür sehr gut genutzt werden. Ich glaube, der DFB ist da schon dahinter, die EM ins Gedächtnis der Leute zu rufen. Das kann einen Schub geben."
...das kommende Spiel in der Bundesliga gegen den 1. FC Köln: "Der Fokus liegt auf jeden Fall auf dem Spiel. Wir haben noch ein Spiel weniger als Bayern, deswegen bringt uns der Blick auf die Tabelle zunächst gar nichts. Die Aufgabe gegen Köln wird ohnehin schwer genug, das hat man in der ersten Halbzeit gegen Bayern gesehen (0:0, Endstand 0:6, Anm. d. Red.). Wir schauen lieber am Ende auf die Tabelle und hoffen, dass es so aussieht, wie wir uns das wünschen. Die Kölnerinnen haben gegen Bayern gezeigt, dass sie sehr mutig spielen. Wir müssen uns auf eine gewisse Körperlichkeit einstellen und voll konzentriert sein. Wir dürfen uns keine Fehler erlauben, sonst werden wir eiskalt bestraft."
Das komplette Interview mit Tabea Waßmuth - auch über die Hoffenheimer Schule und ihre eigene Promotion - finden Sie ab Freitag (11. März 2022), 10:00 Uhr, auf eurosport.de.